Bin heute morgen aufgestanden, Pulli an und mit Kaffee und Zigarette auf die Terrasse. Erstmal durchatmen.
Ich kann immer noch nicht glauben, was gestern passiert ist. Kann nicht weinen, weil ich es einfach noch nicht begreife. Er hat sich umgebracht. Er hat's direkt beim ersten Versuch durchgezogen. Tausend neue Fragen rasen durch meinen Kopf, ich kann überhaupt nicht denken.
Wie konnte das nur passieren? Hätte ich mehr tun müssen, hätte ich die Zeichen besser deuten müssen, ihm mehr helfen müssen? Hab vorhin mit einer guten Freundin telefoniert, sie stellt sich dieselben Fragen. Alle fragen sich, warum niemand da war.
Scheiße. Wir haben's verkackt. Und ich hab das Gefühl, ich ganz besonders. Scheiße.
Mein Vater sagt, dass wir uns nicht schuldig fühlen dürfen. Dass wir Seppo nicht allein gelassen haben, er hätte sich Hilfe suchen können, wir haben ihm unsere angeboten. Aber er hat sich dafür entschieden, zu sterben. Seine Entscheidung, sein Leben. Nicht unser Fehler.
Ich versuche daran zu glauben, dass es nicht unsere, nicht meine Schuld ist. Trotzdem kann ich nicht anders, als ganz furchtbar wütend zu werden. Auf mich, weil ich nicht mehr auf ihn eingegangen bin. Und auf Robert, weil mit seinem Tod der ganze Scheiß hier erst angefangen hat.
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