Montag, 6. Mai 2013

#12

"Happiness damn near destroys you, 
breaks your faith to pieces on the floor. 
So you tell yourself, that's enough for now. 
Because happiness has a violent roar."

Ein ziemlich tiefer Fall, von ganz oben nach ganz unten. Von jetzt auf gleich. Alles war wunderbar, mit dem schönen Wetter kamen auch wieder die wirklich guten Zeiten. Für mich und meine Freunde jedenfalls. Wir waren so verdammt glücklich.

Ich weiß grade nicht, ob ich hier schonmal so direkt über diese Person geschrieben habe, um die's jetzt geht. Also vor mittlerweile über 2 Jahren ist ein sehr guter Freund von mir gestorben. Robert. Der hatte wiederum einen besten Freund, Sebastian oder einfach Seppo. Ich war nie wirklich eng mit Seppo befreundet, wir kannten uns eben über Robert aber viel mehr war da auch nicht. Erst nach Robs Tod sind wir uns näher gekommen, weil wir irgendwie beide das Gefühl hatten, dass wir die einzigen waren, die ihn auf die gleiche und einzige Art wirklich gekannt haben.

Jedenfalls haben wir viel Zeit gemeinsam verbracht, hauptsächlich um irgendwie über die Sache mit Robert hinwegzukommen. Hat auch ganz gut funktioniert, jedenfalls am Anfang. Irgendwann sind wir uns dann irgendwie.. ja wie soll man sagen, sehr sehr nah gekommen. Anders kann man das einfach nicht sagen, wirklich verliebt waren wir beide nicht aber es war sicher mehr als "nur ficken". War allerdings eine einmalige Sache, weil wir glaube ich beide ein schlechtes Gewissen wegen Robert hatten und danach haben sich unsere Wege mehr oder weniger getrennt. Ich hab mein Leben normal weitergeführt, vielleicht meine Freunde im Alkoholrausch gelegentlich vollgeheult und mich zuhause in meinem Bett selbst bemitleidet, aber ich kam klar. Seppo hat sich ziemlich zurückgezogen aus seinem ursprünglichen Freundeskreis, ist plötzlich super alternativ geworden und hat auf Partys plötzlich weniger getrunken, dafür hübsche bunte Pillen geschluckt. Hat niemals die Ärmel seiner Pullis hochgezogen. Niemals.

Vor ein paar Wochen haben wir uns dann nochmal getroffen, eigentlich aber eher zufällig. Sind dann zusammen einen Kaffee trinken gegangen und er hat erzählt, dass er seine Abizulassung nicht bekommen hat und jetzt wiederholen muss. Er sah total fertig aus, Augenringe und blasse Haut, zwar ein Lächeln auf den Lippen, aber nicht in den Augen. Er tat mir wirklich leid, aber ich hab mir ehrlich gesagt nicht viel dabei gedacht außer "hoffentlich fängt er sich wieder". Ich wusste, dass er seit Robert nie wieder wirklich enge Freundschaften gehabt hat, also hab ich ihn umarmt und ihm gesagt, dass er mich immer anrufen kann. Wie direkt nach Roberts Tod, wo wir ständig spontan was gemacht haben, wenn einer von uns am Boden war. Er hat sich nach diesem Tag nicht mehr gemeldet.

Heute Vormittag waren wir dann mit ein paar Leuten am See. Marco, auch ein Kumpel von Seppo, kommt mit dem Fahrrad. Ob wir's schon gehört hätten. Fragezeichen in unseren Gesichtern. Na, das von Seppo. Hat sich wohl in der Nacht von Sonntag auf Montag beide Unterarme längs aufgeschnitten. Angeblich vollgepumpt mit irgendwelchen Drogen.

Immer noch Fragezeichen. Und immer wieder das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. "Du kannst mich immer anrufen, ich bin immer für dich da". Alles nichts wert gewesen.

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