Ich hab irgendwie gedacht, du wärst jemand, der in meinem Leben immer einen Platz haben wird. Weil alle wichtigen, guten Erinnerungen mit dir sind. Vielleicht hab ich dabei vergessen, dass es neue Erinnerungen geben wird. Mit anderen Menschen. Andere Dinge werden wichtig, einfach weil das Leben tatsächlich weitergeht. Ich hab's fast nicht für möglich gehalten.
Es ist komisch, weil die Erkenntnis so überraschend gekommen ist. Dass du nur noch eine Erinnerung bist und wenn ich alt bin, dann werden so viele hundert andere Dinge zwischen dir und mir liegen. So viel, was noch wichtig werden wird. Und du wirst nur eine Erinnerung sein, bist es jetzt schon. Ich kann mich nicht mal mehr an deine Stimme erinnern. An dich zu denken macht mich traurig und glücklich, aber du gehörst in die Vergangenheit. Mein Leben ist jetzt anders und du kommst darin nicht mehr vor. Wirst es nie wieder.
Vielleicht ist das hier ja endlich der Schritt, den ich bis vor kurzem nicht machen konnte. Dich zurücklassen. Ohne mich dabei schuldig zu fühlen. Ich kann dich nicht zwingen hierzubleiben, ich kann dich nicht am Leben erhalten, weil du schon längst weg bist. Dich vergessen könnte ich nicht, du warst so wichtig und das so lange ich denken kann. Keine Zukunft kann uns wegnehmen, was wir hatten.
Dass wir es nicht mehr haben, dass ich dich nicht mehr habe, ich dachte es würde für immer höllisch brennen und wehtun und schmerzen. Das tut es auch noch oft und das wird es auch später noch. Aber irgendwie ist es ok, es kontrolliert mich nicht mehr. Ich kann es kontrollieren, mir aussuchen, wann ich es brennen lasse um dich wieder zu spüren. In der Zwischenzeit bin ich frei und ich hatte erst Angst, es wäre ein Zeichen dass ich dich vergesse. Das ist es nicht, ich kann nur endlich wieder atmen und leben ohne dich, ein neues Leben. So unmöglich wie es vor ein paar Wochen noch schien, ich kann es. Und auch wenn ich eigentlich nicht daran glaube, stelle ich mir vor du bist jetzt neben mir und liest das und lächelst, weil du dir jetzt endlich keine Sorgen mehr machen musst. Und ich lächle zurück, nicht mehr bitter sondern so wie früher, freundschaftlich, und dann stehst du auf und gehst durch die Tür, winkst mir zu und gehst, bis ich dich wieder rufe.
Ich bin nicht mehr wütend und das ist das beste Gefühl, das ich seit langem hatte.
Donnerstag, 21. Februar 2013
Sonntag, 17. Februar 2013
#9
Erste Vorabiklausur hinter mir und das sogar mit einem relativ guten Gefühl. Obwohl ich eine Stunde zu früh fertig war. Naja, vielleicht bin ich einfach ein Genie oder sowas. Ich hab jedenfalls alles reingeschrieben was mir wichtig erschien und sogar noch ein bisschen was unwichtiges, kann also nicht viel fehlen. Nächste Woche die andern beiden, ich hab echt ne scheiß Angst vor Deutsch.
Und unentschuldigte Fehlstunden trotz Attestpflicht hab ich auch noch. Ja ich weiß, selbst schuld. Aber ich hab einfach vergessen zum Arzt zu gehen und meinen Eltern hab ich's nicht erzählt, also dass ich einmal nicht in der Schule war. Verdammt, keine Ahnung wie ich aus dem Mist wieder rauskomme ohne dass meine liebe Oberstufenkoordinatorin/Deutsch-LK-Lehrerin die anruft. Ich hab da so ein Talent mich durch Nichtstun in die allergrößten, allerbeschissensten Situationen zu bringen. Führerschein angefangen, vor genau einem Jahr. Theorieprüfung einmal verhauen, also im Prinzip keine gemacht. Nach einem Jahr muss man sich komplett neu anmelden. Fuck. Wie erklär ich meinen Eltern, dass ich ihr Geld einfach zum Fenster rausgeschmissen hab? Fuck. Ich versteh mich selbst nicht, es wäre so einfach gewesen das einfach zuende zu bringen. Aber nein. Ich hätte direkt Dienstag zum Arzt gehen können, aber nein. Ich sitz den ganzen Tag zuhause und mache nichts. Was zum Teufel ist falsch mit mir, wieso kann ich mich nicht mal zu Sachen aufraffen, die verdammt nochmal echr wichtig sind. Daran muss ich unbedingt arbeiten, ich hab nämlich echt Angst, dass die Fehlstunden meine Abizulassung gefährden könnten. Bei einem Schnitt von 1,8 wäre das schon mehr als ärgerlich.
Was noch? Achja, ich hatte son Freundschaft-Plus-Ding mit nem Kumpel am Laufen, schon seit 2 Jahren oder so. Klappt total gut, keine Gefühle. Freitag auf nem Geburtstag hatte ich einfach Lust auf unbedeutenden Spaß, er war auch da und es war sowas wie ein ungeschriebenes Gesetz, dass an dem Abend was laufen wird. Wir waren grade kurz davor, da kommt son Mädel aus unserer Stufe angehüpft, granatenvoll und wunderhübsch. Hat sich voll an ihn rangeschmissen, so wie Karneval auch schon. Tja, wenn man die Wahl hat zwischen jemandem wie ihr und jemandem wie mir, dann ist die Sache eigentlich schon klar. Also haben die beiden am Ende schön ihren Spaß gehabt und ich hin alleine rum. Es hat mich eigentlich nicht wirklich verletzt, weil ich mehr von ihm will oder so. Eher, dass mir dieser Abend einfach mal wieder gezeigt hat, wie ersetzbar ich bin. Hat mich irgendwie total runtergezogen und wie sie sich dann was darauf eingebildet hat "hööö wir haben uns geküsst hihihih". Ja wow, danke für die Info. Ich mochte die noch nie.
So viel zu meinem Leben im Moment. So wunderbar beschissen (ich weiß es könnte wesentlich schlimmer sein, aber ich will mich trotzdem aufregen).
Und unentschuldigte Fehlstunden trotz Attestpflicht hab ich auch noch. Ja ich weiß, selbst schuld. Aber ich hab einfach vergessen zum Arzt zu gehen und meinen Eltern hab ich's nicht erzählt, also dass ich einmal nicht in der Schule war. Verdammt, keine Ahnung wie ich aus dem Mist wieder rauskomme ohne dass meine liebe Oberstufenkoordinatorin/Deutsch-LK-Lehrerin die anruft. Ich hab da so ein Talent mich durch Nichtstun in die allergrößten, allerbeschissensten Situationen zu bringen. Führerschein angefangen, vor genau einem Jahr. Theorieprüfung einmal verhauen, also im Prinzip keine gemacht. Nach einem Jahr muss man sich komplett neu anmelden. Fuck. Wie erklär ich meinen Eltern, dass ich ihr Geld einfach zum Fenster rausgeschmissen hab? Fuck. Ich versteh mich selbst nicht, es wäre so einfach gewesen das einfach zuende zu bringen. Aber nein. Ich hätte direkt Dienstag zum Arzt gehen können, aber nein. Ich sitz den ganzen Tag zuhause und mache nichts. Was zum Teufel ist falsch mit mir, wieso kann ich mich nicht mal zu Sachen aufraffen, die verdammt nochmal echr wichtig sind. Daran muss ich unbedingt arbeiten, ich hab nämlich echt Angst, dass die Fehlstunden meine Abizulassung gefährden könnten. Bei einem Schnitt von 1,8 wäre das schon mehr als ärgerlich.
Was noch? Achja, ich hatte son Freundschaft-Plus-Ding mit nem Kumpel am Laufen, schon seit 2 Jahren oder so. Klappt total gut, keine Gefühle. Freitag auf nem Geburtstag hatte ich einfach Lust auf unbedeutenden Spaß, er war auch da und es war sowas wie ein ungeschriebenes Gesetz, dass an dem Abend was laufen wird. Wir waren grade kurz davor, da kommt son Mädel aus unserer Stufe angehüpft, granatenvoll und wunderhübsch. Hat sich voll an ihn rangeschmissen, so wie Karneval auch schon. Tja, wenn man die Wahl hat zwischen jemandem wie ihr und jemandem wie mir, dann ist die Sache eigentlich schon klar. Also haben die beiden am Ende schön ihren Spaß gehabt und ich hin alleine rum. Es hat mich eigentlich nicht wirklich verletzt, weil ich mehr von ihm will oder so. Eher, dass mir dieser Abend einfach mal wieder gezeigt hat, wie ersetzbar ich bin. Hat mich irgendwie total runtergezogen und wie sie sich dann was darauf eingebildet hat "hööö wir haben uns geküsst hihihih". Ja wow, danke für die Info. Ich mochte die noch nie.
So viel zu meinem Leben im Moment. So wunderbar beschissen (ich weiß es könnte wesentlich schlimmer sein, aber ich will mich trotzdem aufregen).
Mittwoch, 13. Februar 2013
#8
Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf ein englisches Gedicht gestoßen, das mir wirklich unglaublich gefällt und das auf so viele Art und Weisen. Und schon wieder hat jemand anderes Worte für meine Gedanken und das Seltsame daran ist, dass ich auf diese Menschen mittlerweile fast ein wenig neidisch bin. Ich schreibe aus Spaß, weil es mir hilft meine Gedanken zu ordnen und weil ich manche Dinge erst wirklich weiß, nachdem ich sie aufgeschrieben habe. Viel mehr bewundere ich aber Leute wie den Verfasser dieses Gedichtes, denn eine solche Art zu schreiben, das ist wirkliche Kunst. In so wenigen Worten eine ganze Geschichte zu erzählen, ein so vielschichtiges Gefühl zu beschreiben, das ist es, was mich besonders an Gedichten so fasziniert.
Ich selbst habe oft das Gefühl, mich nicht richtig ausdrücken zu können, nie das zu treffen, was ich eigentlich sagen will, sondern irgendwie immer drumherum rede. Nie in den Kern treffen. Es macht mich wahnsinnig, nichtmal jetzt kann ich wirklich beschreiben, was ich meine. Klar, ich könnte jetzt ewig weiter ins Detail gehen, aber am Ende wäre meine Beschreibung doch nur ein leerer Abklatsch von dem, was ich eigentlich fühle. Außerdem (ich weiß, diese Überlegung ist abstrakt und stellenweise lückenhaft) kommt es mir seit einiger Zeit gelegentlich sogar dumm vor, ein Gefühl mit Worten beschreiben zu wollen. Ich meine, jeder einzelne Augenblick und jede Emotion im Leben jedes Menschen ist von grundauf unterschiedlich, wie soll man so etwas aufschreiben, wo die deutsche Sprache einem nur 26 Buchstaben zur Verfügung stellt und man uns doch schon beigebracht hat, dass dieses Gefühl Liebe und das andere Hass heißt usw.. "Liebe" hat doch jeder von uns schon mal gesagt, aber das Gefühl, was man selbst spürt, das lässt sich doch nicht einfach so zusammenfassen oder verallgemeinern. Andererseits sind sämtliche Alternativen auch schon längst mit anderen verallgemeinerten Bedeutungen überfüllt und auch andere Sprachen bieten nur gelegentlich ganz neue Wörter, wie kann ich also in der Lage sein, mich jemals passend auszudrücken. Ganz genau nur mein Gefühl in diesem Moment zu beschreiben. Natürlich man kann sagen, dass man Gefühle nicht zwangsläufig definieren muss. Aber wie gesagt, schreiben hilft mir, mich zu ordnen, nur kann ich mit Worten grade mal einen Bruchteil von dem ausdrücken, was ich wirklich meine. Ahh, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr qualmt mein Kopf.
Nur bei manchen Gedichten oder Texten von anderen Autoren, da spüre ich dann, wie deren Worte einfach mitten in mein Herz treffen. Genau in das Gefühl, von dem ich dachte, man könnte es nicht beschreiben, oder zumindest verdammt nah dran.
Wie auch immer, hier das Gedicht, das ich meine und gleich der Link zu den anderen. Dieser Kerl hat wirklich Talent, zumindest aus meiner Sicht.
http://declaringwar.tumblr.com/post/41448889347/tidal
Ich selbst habe oft das Gefühl, mich nicht richtig ausdrücken zu können, nie das zu treffen, was ich eigentlich sagen will, sondern irgendwie immer drumherum rede. Nie in den Kern treffen. Es macht mich wahnsinnig, nichtmal jetzt kann ich wirklich beschreiben, was ich meine. Klar, ich könnte jetzt ewig weiter ins Detail gehen, aber am Ende wäre meine Beschreibung doch nur ein leerer Abklatsch von dem, was ich eigentlich fühle. Außerdem (ich weiß, diese Überlegung ist abstrakt und stellenweise lückenhaft) kommt es mir seit einiger Zeit gelegentlich sogar dumm vor, ein Gefühl mit Worten beschreiben zu wollen. Ich meine, jeder einzelne Augenblick und jede Emotion im Leben jedes Menschen ist von grundauf unterschiedlich, wie soll man so etwas aufschreiben, wo die deutsche Sprache einem nur 26 Buchstaben zur Verfügung stellt und man uns doch schon beigebracht hat, dass dieses Gefühl Liebe und das andere Hass heißt usw.. "Liebe" hat doch jeder von uns schon mal gesagt, aber das Gefühl, was man selbst spürt, das lässt sich doch nicht einfach so zusammenfassen oder verallgemeinern. Andererseits sind sämtliche Alternativen auch schon längst mit anderen verallgemeinerten Bedeutungen überfüllt und auch andere Sprachen bieten nur gelegentlich ganz neue Wörter, wie kann ich also in der Lage sein, mich jemals passend auszudrücken. Ganz genau nur mein Gefühl in diesem Moment zu beschreiben. Natürlich man kann sagen, dass man Gefühle nicht zwangsläufig definieren muss. Aber wie gesagt, schreiben hilft mir, mich zu ordnen, nur kann ich mit Worten grade mal einen Bruchteil von dem ausdrücken, was ich wirklich meine. Ahh, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr qualmt mein Kopf.
Nur bei manchen Gedichten oder Texten von anderen Autoren, da spüre ich dann, wie deren Worte einfach mitten in mein Herz treffen. Genau in das Gefühl, von dem ich dachte, man könnte es nicht beschreiben, oder zumindest verdammt nah dran.
Wie auch immer, hier das Gedicht, das ich meine und gleich der Link zu den anderen. Dieser Kerl hat wirklich Talent, zumindest aus meiner Sicht.
http://declaringwar.tumblr.com/post/41448889347/tidal
Mittwoch, 6. Februar 2013
#7
Ich bin seit Samstag verdammt erkältet und ich will nicht mehr. Ich bin nie krank, nie nie nie, wieso ausgerechnet jetzt? Ok, vielleicht bin ich ein bisschen selbst schuld. Bei 0 °C mitten auf der Straße liegen und Sterne gucken ist nicht unbedingt gesund, aber andererseits war das eins der interessantesten Gespräche seit langer Zeit. Trotzdem, ich wäre jetzt lieber gesund. Vor allem, weil die beschissene Erkältung meine Laune total in den Keller drückt. Ich liege praktisch den ganzen Tag im Bett, genug Zeit also, sich mal wieder viel zu viele Gedanken zu machen. Heute war ich wieder in der Schule, musste hinlaufen weil kein einziger Bus fuhr, hab meine Schlüssel vergessen, sinnlose Freistunden gehabt, Ärger bekommen weil ich meine Hausaufgaben nicht hatte. An sich alles nicht so schlimm, wenn ich nicht sowieso schon so fertig gewesen wäre. Und dann der absolute Knaller, ich hatte die Freistunden ausgerechnet mit der Person, um die es im letzten Post ging. Bedeutet: 2 Stunden lang pausenlos Salz in die Wunde. Mein letztes bisschen Stolz hat mich zum Glück davon abgehalten, vor versammelter Mannschaft in Tränen auszubrechen.
Das kam erst, als ich endlich wieder zuhause war. Es war wirklich einer meiner schlimmsten Heulkrämpfe seit zwei Jahren. Irgendwie kam heute alles zusammen, Krankheit, Pech und diese Person und das musste eben raus. Hab ich eigentlich auch kein Problem mit, blöd war nur, dass meine Mutter es natürlich mitbekommen hat. Das hat dann sofort wieder zu einer Krisensitzung geführt, weil meine Mutter seit Roberts Tod denkt, ich wäre depressiv und essgestört und suizidgefährdet und was weiß ich. Sie meint auch schon seit längerer Zeit, ich solle eine Therapie machen. Ich hab sie erst letztens erfolgreich davon überzeugen können, dass ich das nicht brauche und jetzt dieser Zusammenbruch direkt vor ihren Augen. Perfekt.
Natürlich hab ich auch schonmal über eine Therapie nachgedacht und in manchen Punkten muss ich meiner Mutter schon Recht geben. An besonders schlimmen Tagen (die mittlerweile ausgesprochen selten geworden sind) hab ich diesen Ess-Brech-Kreisel bis zu 7 Mal durchgezogen. Ich hab mal aus Wut auf mich selbst so feste mit der Faust gegen eine Wand geschagen, dass ich geblutet habe. Im Sommer sind wir mit Freunden von einer Brücke in den See gesprungen, obwohl da schon viele bei draufgegangen sind. Von der Brücke bin ich mit 5 anderen gesprungen, ich wollte nicht sterben, ich wollte Adrenalin. Die anderen Sachen, naja das ist vielleicht nicht ganz gesund. Aber das ist einfach was ganz anderes, als wenn sich regelmäßig selbst verletzt oder eine richtige Essstörung hat. Ich hab mir eine Zeit lang überlegt, ob ich in irgendeiner Form depressiv sein könnte. Allerdings hab ich mich auch von dem Gedanken schnell wieder verabschiedet, ich meine mein bester Freund ist tot, da ist es normal wenn ich mal Phasen habe, in denen es mir beschissen geht. Mittlerweile hab ich auch verstanden, dass zwischen Traurigkeit und Depression ganze Welten liegen.
Zusammengefasst behaupte ich von mir selbst einfach mal, dass ich keine Therapie brauche. Ich weiß ja, was meine Probleme sind. Vor allem glaube ich, dass es da draußen einen Haufen Menschen gibt, die meinen Platz dringender brauchen als ich. Für mich wäre es ja reine Bequemlichkeit, eine Psychologin mit meinem Scheiß vollzuquatschen, anstatt mich einfach aus meinem Selbstmitleid zu befreien. Wieso ich das jetzt alles aufgeschrieben habe? Nun ja, ich glaube ich musste mich ausschreiben, um mich selbst nochmal davon zu überzeugen, dass ich keine Therapie brauche. Meine Mutter kann nämlich verdammt überzeugend sein und fast wäre ich eingeknickt. Aber wie gesagt, es gibt Leute mit echten Krankheiten und eine Therapie zu machen würde sich für mich anfühlen, als würde ich diese Menschen verspotten. Ich würde mich einfach mies fühlen. Und ich brauche eh keine, also Schluss jetzt mit diesem bescheuerten Thema.
Das kam erst, als ich endlich wieder zuhause war. Es war wirklich einer meiner schlimmsten Heulkrämpfe seit zwei Jahren. Irgendwie kam heute alles zusammen, Krankheit, Pech und diese Person und das musste eben raus. Hab ich eigentlich auch kein Problem mit, blöd war nur, dass meine Mutter es natürlich mitbekommen hat. Das hat dann sofort wieder zu einer Krisensitzung geführt, weil meine Mutter seit Roberts Tod denkt, ich wäre depressiv und essgestört und suizidgefährdet und was weiß ich. Sie meint auch schon seit längerer Zeit, ich solle eine Therapie machen. Ich hab sie erst letztens erfolgreich davon überzeugen können, dass ich das nicht brauche und jetzt dieser Zusammenbruch direkt vor ihren Augen. Perfekt.
Natürlich hab ich auch schonmal über eine Therapie nachgedacht und in manchen Punkten muss ich meiner Mutter schon Recht geben. An besonders schlimmen Tagen (die mittlerweile ausgesprochen selten geworden sind) hab ich diesen Ess-Brech-Kreisel bis zu 7 Mal durchgezogen. Ich hab mal aus Wut auf mich selbst so feste mit der Faust gegen eine Wand geschagen, dass ich geblutet habe. Im Sommer sind wir mit Freunden von einer Brücke in den See gesprungen, obwohl da schon viele bei draufgegangen sind. Von der Brücke bin ich mit 5 anderen gesprungen, ich wollte nicht sterben, ich wollte Adrenalin. Die anderen Sachen, naja das ist vielleicht nicht ganz gesund. Aber das ist einfach was ganz anderes, als wenn sich regelmäßig selbst verletzt oder eine richtige Essstörung hat. Ich hab mir eine Zeit lang überlegt, ob ich in irgendeiner Form depressiv sein könnte. Allerdings hab ich mich auch von dem Gedanken schnell wieder verabschiedet, ich meine mein bester Freund ist tot, da ist es normal wenn ich mal Phasen habe, in denen es mir beschissen geht. Mittlerweile hab ich auch verstanden, dass zwischen Traurigkeit und Depression ganze Welten liegen.
Zusammengefasst behaupte ich von mir selbst einfach mal, dass ich keine Therapie brauche. Ich weiß ja, was meine Probleme sind. Vor allem glaube ich, dass es da draußen einen Haufen Menschen gibt, die meinen Platz dringender brauchen als ich. Für mich wäre es ja reine Bequemlichkeit, eine Psychologin mit meinem Scheiß vollzuquatschen, anstatt mich einfach aus meinem Selbstmitleid zu befreien. Wieso ich das jetzt alles aufgeschrieben habe? Nun ja, ich glaube ich musste mich ausschreiben, um mich selbst nochmal davon zu überzeugen, dass ich keine Therapie brauche. Meine Mutter kann nämlich verdammt überzeugend sein und fast wäre ich eingeknickt. Aber wie gesagt, es gibt Leute mit echten Krankheiten und eine Therapie zu machen würde sich für mich anfühlen, als würde ich diese Menschen verspotten. Ich würde mich einfach mies fühlen. Und ich brauche eh keine, also Schluss jetzt mit diesem bescheuerten Thema.
Sonntag, 3. Februar 2013
#6
“Es ist vielleicht im … im Leben kann einer der härtesten Rückschläge
sein, dass man, wenn man mit jemanden, mit dem man sehr, sehr viel Zeit
verbracht hat und von dem man geglaubt hat, dass er einem was bedeutet,
dass wenn irgendwann der Moment kommt, wo’s drauf ankommt und wo man
sagt: „Hey, hier bin ich, jetzt ist es … jetzt geht’s mir nicht so gut,
hier bin ich.“ Und dann ist er nicht mehr da und man hat immer geglaubt,
dass man vielleicht für den anderen was Besonderes ist und irgendwann
merkt man: Okay, vielleicht war das nur die Hoffnung und vielleicht war
das nur der Wunsch, dass man dem anderen so viel bedeutet und dann merkt
man, dass es … nicht so ist und dann … tut das vielleicht sehr, sehr
weh.” - Philipp Poisel.
Schon komisch, wie völlig fremde Menschen manchmal Worte für etwas haben, von dem man selbst fast nicht geglaubt hat man könnte es überhaupt irgendwie beschreiben.
Auch traurig, weil ich normalerweise lieber meine eigenen Worte denke, als die eines anderen.
Erleichternd, weil mir klar ist, dass das hier nichts schlimmes ist. Jeder wird im Leben mal von Menschen enttäuscht, die einem wichtig sind. Vielleicht gehört das dazu, damit man lernt, dass diese Menschen vielleicht doch nicht so waren wie man sie sehen wollte. Obwohl mir dieses Wissen jetzt grade auch nicht weiterhilft, es tut trotzdem weh. Ich versuche nur mich zu zwingen, jetzt nicht wieder total melodramatisch zu werden (obwohl's dafür wahrscheinlich schon zu spät ist) und nicht von dieser einen Person auf alle zukünftigen zu schließen. Vielleicht kann das alles ja auch eine Chance sein. Alle meine Entscheidungen hab ich an dieser einen Person gemessen und ich halte das eigentlich nicht für einen Fehler, auch wenn ich jetzt weiß, dass die Gefühle und vor allem das Vertrauen von meiner Seite aus um einiges stärker waren. Und weil sich das alles jetzt geändert hat, da hab ich vielleicht Platz für neues. Ich bin nicht mehr so fixiert auf einen einzigen Menschen und das tut mir für mich selbst vielleicht ganz gut. Und plötzlich hört sich das alles auch garnicht mehr so sehr nach Weltuntergang an. Ich hoffe nur, dass es sich bald auch nicht mehr so anfühlt.
Schon komisch, wie völlig fremde Menschen manchmal Worte für etwas haben, von dem man selbst fast nicht geglaubt hat man könnte es überhaupt irgendwie beschreiben.
Auch traurig, weil ich normalerweise lieber meine eigenen Worte denke, als die eines anderen.
Erleichternd, weil mir klar ist, dass das hier nichts schlimmes ist. Jeder wird im Leben mal von Menschen enttäuscht, die einem wichtig sind. Vielleicht gehört das dazu, damit man lernt, dass diese Menschen vielleicht doch nicht so waren wie man sie sehen wollte. Obwohl mir dieses Wissen jetzt grade auch nicht weiterhilft, es tut trotzdem weh. Ich versuche nur mich zu zwingen, jetzt nicht wieder total melodramatisch zu werden (obwohl's dafür wahrscheinlich schon zu spät ist) und nicht von dieser einen Person auf alle zukünftigen zu schließen. Vielleicht kann das alles ja auch eine Chance sein. Alle meine Entscheidungen hab ich an dieser einen Person gemessen und ich halte das eigentlich nicht für einen Fehler, auch wenn ich jetzt weiß, dass die Gefühle und vor allem das Vertrauen von meiner Seite aus um einiges stärker waren. Und weil sich das alles jetzt geändert hat, da hab ich vielleicht Platz für neues. Ich bin nicht mehr so fixiert auf einen einzigen Menschen und das tut mir für mich selbst vielleicht ganz gut. Und plötzlich hört sich das alles auch garnicht mehr so sehr nach Weltuntergang an. Ich hoffe nur, dass es sich bald auch nicht mehr so anfühlt.
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