Ich hab irgendwie gedacht, du wärst jemand, der in meinem Leben immer einen Platz haben wird. Weil alle wichtigen, guten Erinnerungen mit dir sind. Vielleicht hab ich dabei vergessen, dass es neue Erinnerungen geben wird. Mit anderen Menschen. Andere Dinge werden wichtig, einfach weil das Leben tatsächlich weitergeht. Ich hab's fast nicht für möglich gehalten.
Es ist komisch, weil die Erkenntnis so überraschend gekommen ist. Dass du nur noch eine Erinnerung bist und wenn ich alt bin, dann werden so viele hundert andere Dinge zwischen dir und mir liegen. So viel, was noch wichtig werden wird. Und du wirst nur eine Erinnerung sein, bist es jetzt schon. Ich kann mich nicht mal mehr an deine Stimme erinnern. An dich zu denken macht mich traurig und glücklich, aber du gehörst in die Vergangenheit. Mein Leben ist jetzt anders und du kommst darin nicht mehr vor. Wirst es nie wieder.
Vielleicht ist das hier ja endlich der Schritt, den ich bis vor kurzem nicht machen konnte. Dich zurücklassen. Ohne mich dabei schuldig zu fühlen. Ich kann dich nicht zwingen hierzubleiben, ich kann dich nicht am Leben erhalten, weil du schon längst weg bist. Dich vergessen könnte ich nicht, du warst so wichtig und das so lange ich denken kann. Keine Zukunft kann uns wegnehmen, was wir hatten.
Dass wir es nicht mehr haben, dass ich dich nicht mehr habe, ich dachte es würde für immer höllisch brennen und wehtun und schmerzen. Das tut es auch noch oft und das wird es auch später noch. Aber irgendwie ist es ok, es kontrolliert mich nicht mehr. Ich kann es kontrollieren, mir aussuchen, wann ich es brennen lasse um dich wieder zu spüren. In der Zwischenzeit bin ich frei und ich hatte erst Angst, es wäre ein Zeichen dass ich dich vergesse. Das ist es nicht, ich kann nur endlich wieder atmen und leben ohne dich, ein neues Leben. So unmöglich wie es vor ein paar Wochen noch schien, ich kann es. Und auch wenn ich eigentlich nicht daran glaube, stelle ich mir vor du bist jetzt neben mir und liest das und lächelst, weil du dir jetzt endlich keine Sorgen mehr machen musst. Und ich lächle zurück, nicht mehr bitter sondern so wie früher, freundschaftlich, und dann stehst du auf und gehst durch die Tür, winkst mir zu und gehst, bis ich dich wieder rufe.
Ich bin nicht mehr wütend und das ist das beste Gefühl, das ich seit langem hatte.
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