Mittwoch, 28. August 2013

#16

So, der Sommer neigt sich langsam dem Ende und ich weiß noch nicht ob mich das freut oder nicht.
Es war so wahnsinnig viel los bei mir, dass ich diesen Blog mal wieder vollkommen vergessen hab. Für mich ist das aber immer eher ein gutes Zeichen, weil mir dann im Nachhinein klar wird, dass die Zeit in der ich das hier nicht gebraucht hab eigentlich wirklich gut war.Und mein Sommer war gut, wirklich. Trotzdem tut es glaub ich ganz gut, mal alles zusammenzufassen und hier schon mal eine kleine Entschuldigung, ich hab relativ viel zu erzählen und das könnte etwas länger dauern ;)

Erstmal habe ich mein Abitur geschafft und das auch noch mit genau der Durchschnittsnote, die ich mir immer gewünscht hab. 1,8 (mit einer Eins vorne, aber nicht 1,9, weil das schon fast 2,0 ist, aber 1,7 hätte ich nicht geschafft) . Klar, damit bin ich noch lange nicht Teil der Elite, aber hey für mich war es das Bestmögliche und ich bin schon ziemlich stolz, dass ich zumindest dieses Ziel tatsächlich erreicht habe.

Auf's Abi und unseren legendären Abiball folgte dann eine Woche Ballermann und ich übertreibe garantiert nicht wenn ich sage, dass es eine der besten Wochen meines bisherigen Lebens war. Die Gruppe war toll, das Wetter war toll, es gab fast kein Drama (außer das, was noch irgendwie amüsant ist und auch einfach dazu gehört) und überhaupt war glaube ich jeder von uns eine Woche lang nur glücklich. Manchmal denke ich daran zurück und muss einfach lächeln über alles, was dort passiert ist und das allein ist für mich der Beweis, dass dieser Urlaub noch lange zu meinen schönsten Erinnerungen zählen wird.

Der Rest des Sommers war dagegen zwar eher unspektakulär, aber trotzdem wirklich schön. In den Wochen wo es hier zum Teil fast unerträglich heiß war haben wir fast nichts anderes gemacht, als an unserem wunderschönen See zu liegen und irgendwie sind das immer meine Lieblingstage gewesen. Keine besonderen Aktionen oder Ausflüge, sondern einfach mit den Leuten, die man am liebsten um sich hat den Tag verbringen. Das einzig Negative daran ist nur, dass meine Hängematte jetzt ganz furchtbar nach Lagerfeuer und Bier stinkt und ich noch nicht genau weiß, wie ich dieses Riesending waschen soll.

Der mit Abstand beste Moment dieses Sommer war am Ende aber doch der Moment, in dem ich mein E-Mail-Postfach geöffnet hab und mich eine Zusage der Uni Köln anlachte. Trotz Doppeljahrgang ein Studienplatz! Und nicht nur irgendeinen, sonder DEN Studienplatz! Ich schreibe ja schon länger nebenbei für die WAZ und auch für die RP (zwar nur Lokalteil, aber immerhin) und irgendwie hatte ich immer den Wunsch, später mein Leben davon finanzieren zu können, nur irgendwie hat mich die Angst vor der Unsicherheit in diesem Beruf immer abgeschreckt und fast hätte ich mich auf einen Platz in BWL beworben. Kurz vor Einsendeschluss hat mich dann aber doch der Ehrgeiz gepackt und jetzt werde ich ab Oktober Deutsche Sprache u. Literatur und Medienkulturwissenschaften in Köln studieren. Mal sehen, wie weit ich es am Ende bringe und ob mein Name vielleicht eines Tages unter einem Artikel in irgendeiner großen Zeitung steht. Vielleicht mache ich aber auch was ganz anderes, der Studiengang ist relativ breit gefächert und ich hab noch so ziemlich alle Freiheiten was meinen späteren Beruf angeht. Zunächst bin ich einfach immer noch überrascht von mir selbst, denn Köln ist nicht meine Heimatstadt und ich werde wohl spätestens nächstes Jahr umziehen müssen. Pendeln ist dann doch nicht so eine tolle Dauerlösung.

Im Moment schwebe ich noch immer zwischen Euphorie und Zukunftsangst. Ich mache tatsächlich das, was ich auch wirklich möchte und mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass das die einzig richtige Entscheidung war. Andererseits gehe ich damit das Risiko ein, für lange Zeit keinen festen Job zu haben und überhaupt bin ich einer der Menschen, die immer vor Augen haben, wie viele Andere noch mehr Talent, Ehrgeiz oder sonst was haben als ich und das macht mich noch unsicherer. Mal sehen, ich glaube nicht, dass sich dieses Gefühl der Unsicherheit so schnell legen wird, andererseits bleibe ich so vielleicht auch motiviert und irgendwie realistisch. Irgendeinen Vorteil wird's schon haben.

Das einzige, was sich ziemlich sicher sagen lässt ist, dass mein Leben nächstes Jahr um diese Zeit ein ganz neues sein wird. Neue Stadt, hoffentlich neue Freunde, weg von all den schlimmen Erinnerungen, die ich wohl leider noch lange mit meiner Stadt und den Leuten hier verbinden werde. Vielleicht ist das die Chance für mich, endlich loszulassen, endlich frei zu sein von der Vergangenheit und nur die guten Erinnerungen mit in mein neues Leben zu nehmen. Vielleicht werde ich in Köln wirklich glücklich.