Nächste Woche Freitag sind meine Eltern beide nicht da, Sturmfrei also. Kommt bei mir wahnsinnig selten vor, aber wenn, dann steht einer Party eigentlich nichts im Weg. Keine Geschwister die petzen könnten, coole Nachbarn und ein großer Garten.
Außerdem ist das vielleicht die letzte gute Gelegenheit, immerhin fängt bald die Uni an und viele Freunde von mir gehen weg und wie gesagt meine Eltern sind fast immer da.
Also schreib ich in unsere Whatsapp-Gruppe. Lade knapp 30 Leute ein, mehr geht beim besten Willen nicht. Freue mich wahnsinnig, weil ich wirklich gerne Partys schmeiße.
Hier ein kleiner Auszug aus den Antworten:
"kann sein, dass wir früher gehen, mein Freund kennt euch alle doch garnicht"
"ich komm eher nicht, mein Freund hat nicht so lust"
"ich geh mit meinem freund auf sonen geburtstag von einem aus seiner Mannschaft, sorry "
DEREN ERNST?! Ich mein, ich schmeiß ne verdammte Hausparty und auch wenn das jetzt etwas überheblich klingt, meine Partys sind immer geil. Außerdem ist einer der Gründe dafür, dass ich das alles so gerne mache, dass ich ansonsten verdammt allein bin. Ich hab halt keinen Freund, hatte nie einen und werde wahrscheinlich auch in näherer Zukunft keinen haben. Schlimm genug, dass ich dafür ständig mitleidige Blicke und Sprüche ernte, aber das hier ist echt ein bisschen viel für mich. Die Mädchen, die das da oben geschrieben haben, die hängen doch sowieso den ganzen Tag mit ihren Lovern rum, jeden beschissenen Nachmittag. Ist es da wirklich zu viel verlangt einmal auf ne richtige Party zu gehen ohne früher abzuhauen weil der Freund die Leute alle nicht kennt und sich unwohl fühlt? Was sind das für Lutscher, die sich nichtmal für einen Abend in den Freundeskreis ihrer Freundin einfügen können? Was mich dabei so garnicht überrascht ist, dass sowas nur von den Mädchen kommt. Ich hab's wirklich noch nie erlebt, dass eine von denen ihren Freund mal mit zu uns bringt anstatt mit ihm auf den Geburtstag von irgendjemand anderen zu gehen, den sie garnicht kennt. Achja übrigens Mädels, man kann auch mal was getrennt machen! Es macht mich grade echt so unglaublich wütend, wie einfach alle total schnarchig werden und nur noch was mit ihrem Freund machen können. Die drei, von denen die Nachrichten sind, hab ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr alleine irgendwo gesehen. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt endlich einen Typen gefunden, dem ihr euch einfach unterordnen könnt. Das klingt jetzt vielleicht etwas übertrieben, tragischerweise ist es das aber nicht. Man müsste mal filmen, wie dieser eine Kerl auf dem Bett liegt und seine Freundin tatsächlich bittet, ihm nach dem harten Training Essen zu kochen. Ich steh mit ihr in der Küche, sie schnibbelt und deckt den Tisch, er bewegt sich keinen Zentimeter von der xBox weg. Dann steht das Essen auf dem Tisch und dieser Vollidiot meckert, weil er doch eigentlich ein Steak wollte. STEAK! Ich bin mir vollkommen sicher, dass dieser Junge noch nie wirklich in einem Supermarkt einkaufen war und ganz sicher hat er auch keine Ahnung, wie teuer so ein Ding ist. Ich war dabei, genau so ist es abgelaufen, original wie in den 50ern. Und das mit 18/19 Jahren, ist ja toll, herzlichen Glückwunsch zu eurer gleichberechtigten modernen Beziehung.
Ich weiß jetzt schon, dass keine von den dreien auftauchen wird. "Sorry, nächstes Mal kommen wir bestimmt" Ja ne ist klar, du meinst wohl "nächstes Mal, wenn meinem Freund danach ist".
Und jetzt überleg ich mal kurz, wie viele Jungs ich kenne, die sowas auf Dauer mit sich machen lassen (also alle ihre Freunde vernachlässigen, jede Party verpassen weil sie mit ihrer Freundin bei deren Mädels sind, schweineteures Steak braten)... oh ja, KEINE.
Wo wenn nicht hier?
Dienstag, 24. September 2013
Donnerstag, 12. September 2013
#18
Noch ein Monat bis zu meinem ersten richtigen Tag an der Uni und ich bin immer noch etwas hin und hergerissen zwischen Vorfreude und Unsicherheit. Aber es wird immer besser, weil ich in letzter Zeit öfter in Köln war. Mal einen Freund besuchen, mal auf einem Konzert und langsam gewöhne ich mich an die Stadt und an den Gedanken, dass es bald meine Stadt sein wird.
Und so geht es anscheinend auch vielen meiner Freunde, denn nach und nach ziehen die Leute weg, die noch weiter weg studieren und die, die hierbleiben haben sich an ihre Ausbildung gewöhnt oder fangen nächste Woche an der Fachhochschule an. Man merkt einfach, dass sich jeder von uns auf ein eigenes neues Leben vorbereitet und dass sich die Dinge für uns in den kommenden Monaten sehr verändern werden. So sehr ich mich auch freue, endlich selbstständig zu sein und mich in eine neue Stadt zu wagen... um ehrlich zu sein fühlt es sich trotzdem so wahnsinnig falsch an, hier wegzuziehen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, in Köln irgendwann so einen Freundeskreis zu haben wie hier. Wir kennen uns alle schon so lange und so gut, ich weiß einfach nicht, wie ein Leben ohne sie aussehen soll. Man, das hört sich so kitschig an, aber es ist wirklich so! Ich kann mich einfach nicht erinnern, wie es war bevor ich diese Freunde hatte.
Und den anderen scheint es auch so zu gehen, denn irgendwie kam plötzlich immer öfter die Frage, wann wir denn noch mal alle zusammen was machen würden. In letzter Zeit ging das eher selten, weil wie gesagt viele schon arbeiten oder irgendwas anderes machen, aber wir haben es tatsächlich geschafft und dieses Wochenende geht die ganze Gang zusammen feiern und ich freue mich wirklich wahnsinnig. Es gibt einfach nichts besseres für mich, als den Abend nur mit Menschen zu verbringen, die man gerne um sich hat.
Ein bisschen fühlt es sich allerdings an wie ein Abschied, noch einmal alle zusammen Spaß haben, bevor sich unsere Wege trennen. Natürlich weiß ich, dass der Kontakt nicht abreißen wird und es in Köln sicher auch coole Leute geben wird, aber es wird wohl nie wieder so sein wie jetzt. Vielleicht ist das aber auch gut so, denn nach all der Schwärmerei über meine fabelhaften Freunde denke ich auch, dass es jedem von uns gut tut, vieles von dem was wir zusammen erlebt haben hinter sich lassen zu können.
Ich bin einfach so unglaublich gespannt, wie sich meine Zukunft entwickeln wird... manchmal glaube ich, ich mach mir zu viele Gedanken darüber, aber was soll ich tun ich kann nicht anders ;)
Dienstag, 3. September 2013
#17
Langsam wächst die Angst, die Angst vor meinem neuen Leben als Studentin. Klar, ich bin nicht plötzlich ein ganz neuer Mensch und solange ich noch zuhause wohne wird sich wohl auch erstmal nicht allzu viel ändern. Trotzdem wächst die Angst.
Ich bin noch nicht lange 18, war eine der jüngsten aus meinem Jahrgang und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das zu einem Problem werden könnte. Vielleicht nicht wirklich, aber zumindest in meinem Kopf. Als Doppeljahrgang gab es an unserer Schule immer einen ziemlichen Konkurrenzkampf zwischen 13ern und 12ern und da ist mir vor allem aufgefallen, wie sehr uns der ältere Jahrgang runtergestuft hat, einfach weil wir eben ein Jahr jünger sind. "Ihr seid doch noch gar nicht bereit für die Welt", "wenn wir keine Ahnung haben, was wir wollen, dann könnt ihr das erst recht nicht wissen", "blablabla". Es ging im Grunde ständig darum, dass uns angeblich eine gewisse Reife fehle, um an der Uni oder im Beruf oder sonst wo sofort erfolgreich sein zu können. Und auch von anderen Seiten haben wir oft zu hören bekommen, dass wir (und vor allem wir jüngeren aus dem sowieso schon jungen Jahrgang), lieber noch ein Jahr lang etwas anderes machen sollten, als sofort zu studieren. Ja klar, es gibt natürlich Leute, die noch absolut gar keinen Plan haben und erstmal ein Jahr Work and Travel in Australien machen oder Andere, deren Abitur für einen Platz in diesem Jahr noch nicht gut genug war und die ihre Wartesemester mit einem FSJ rumkriegen wollen. Hab ich auch absolut kein Problem mit, wir haben ein Jahr geschenkt bekommen und das kann jeder nutzen, wie er will.
Aber genau deshalb möchte ich eben jetzt schon studieren. Damit ich auch genau so früh fertig bin und ich so jung wie möglich in einen richtigen Beruf einsteigen kann. Und ich weiß eben schon, wo ich mal hin will oder zumindest weiß ich, welcher Studiengang mich wirklich interessiert. Also wieso warten und ein Jahr verschenken? Ich kann nach meinem Bachelor immer noch eine supercoole Weltreise machen, das geschenkte Jahr nutze ich dann eben hinterher. Es macht mich wirklich wütend, dass es anscheinend einen Haufen Leute gibt, die der Meinung sind ich sei noch viiieeel zu jung um erfolgreich zu studieren und ich hab das Gefühl, dass es solche Leute auch unter den anderen Studenten geben wird. Aber mal ehrlich, ich hab auch Freunde, die ein oder zwei Jahre älter sind und so verdammt viel reifer sind die auch nicht. Mag ja sein, dass ich noch nicht so viel "Lebenserfahrung" habe wie Leute, die erst mit 20 anfangen zu studieren. Ist aber nicht meine Schuld und überhaupt, wieso zählt das in unserem Alter überhaupt so viel? Wie viel Lebenserfahrung soll jemand mit 20 denn bitte haben, die ihn soo überlegen macht?
Jedenfalls hab ich etwas Angst, dass ich als eine der Jüngsten an der Uni weniger ernst genommen werde, dass man mir dieses überhebliche Lächeln schenken wird wenn ich sage, wie alt ich bin. Vielleicht hab ich auch einfach so ein schlechtes Gefühl deswegen, weil es wie gesagt an unserer Schule und in meinem Umfeld so üblich war, dass man uns G8er einfach mehr wie Kinder behandelt hat als die G9er.
Und auch auf die Gefahr hin jetzt etwas arrogant zu klingen, ich bin stolz darauf auch mit grade 18 schon zu wissen was ich will und das Risiko einzugehen in eine andere Stadt zu gehen und zu studieren obwohl ich Angst habe und ich finde nicht, dass ich weniger gute Chancen habe oder weniger belastbar oder weniger selbstständig bin nur weil ich jünger bin als die meisten Studenten. Ich mein ich bin 18 und nicht 12, warum tun alle so als hätte ich vorgestern noch in die Windeln gemacht. Und überhaupt, nicht nur ich bin so jung, mit mir hat ein ganzer Jahrgang Abi gemacht und von denen werden wohl nicht alle erstmal durch Australien trampen, also sollten sich die Anderen lieber an uns unreife Kinder gewöhnen. Achja, wir hatten außerdem keine Wahl! Ich wäre auch lieber noch ein Jahr mit dem Auto zur Schule gefahren und ein Jahr Volljährigkeit ohne Verantwortungen ausgenutzt, aber es ist jetzt wie es ist und ich mache das beste draus.
So genug aufgeregt, ich mach mir jetzt nen Kaffee!
Ich bin noch nicht lange 18, war eine der jüngsten aus meinem Jahrgang und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das zu einem Problem werden könnte. Vielleicht nicht wirklich, aber zumindest in meinem Kopf. Als Doppeljahrgang gab es an unserer Schule immer einen ziemlichen Konkurrenzkampf zwischen 13ern und 12ern und da ist mir vor allem aufgefallen, wie sehr uns der ältere Jahrgang runtergestuft hat, einfach weil wir eben ein Jahr jünger sind. "Ihr seid doch noch gar nicht bereit für die Welt", "wenn wir keine Ahnung haben, was wir wollen, dann könnt ihr das erst recht nicht wissen", "blablabla". Es ging im Grunde ständig darum, dass uns angeblich eine gewisse Reife fehle, um an der Uni oder im Beruf oder sonst wo sofort erfolgreich sein zu können. Und auch von anderen Seiten haben wir oft zu hören bekommen, dass wir (und vor allem wir jüngeren aus dem sowieso schon jungen Jahrgang), lieber noch ein Jahr lang etwas anderes machen sollten, als sofort zu studieren. Ja klar, es gibt natürlich Leute, die noch absolut gar keinen Plan haben und erstmal ein Jahr Work and Travel in Australien machen oder Andere, deren Abitur für einen Platz in diesem Jahr noch nicht gut genug war und die ihre Wartesemester mit einem FSJ rumkriegen wollen. Hab ich auch absolut kein Problem mit, wir haben ein Jahr geschenkt bekommen und das kann jeder nutzen, wie er will.
Aber genau deshalb möchte ich eben jetzt schon studieren. Damit ich auch genau so früh fertig bin und ich so jung wie möglich in einen richtigen Beruf einsteigen kann. Und ich weiß eben schon, wo ich mal hin will oder zumindest weiß ich, welcher Studiengang mich wirklich interessiert. Also wieso warten und ein Jahr verschenken? Ich kann nach meinem Bachelor immer noch eine supercoole Weltreise machen, das geschenkte Jahr nutze ich dann eben hinterher. Es macht mich wirklich wütend, dass es anscheinend einen Haufen Leute gibt, die der Meinung sind ich sei noch viiieeel zu jung um erfolgreich zu studieren und ich hab das Gefühl, dass es solche Leute auch unter den anderen Studenten geben wird. Aber mal ehrlich, ich hab auch Freunde, die ein oder zwei Jahre älter sind und so verdammt viel reifer sind die auch nicht. Mag ja sein, dass ich noch nicht so viel "Lebenserfahrung" habe wie Leute, die erst mit 20 anfangen zu studieren. Ist aber nicht meine Schuld und überhaupt, wieso zählt das in unserem Alter überhaupt so viel? Wie viel Lebenserfahrung soll jemand mit 20 denn bitte haben, die ihn soo überlegen macht?
Jedenfalls hab ich etwas Angst, dass ich als eine der Jüngsten an der Uni weniger ernst genommen werde, dass man mir dieses überhebliche Lächeln schenken wird wenn ich sage, wie alt ich bin. Vielleicht hab ich auch einfach so ein schlechtes Gefühl deswegen, weil es wie gesagt an unserer Schule und in meinem Umfeld so üblich war, dass man uns G8er einfach mehr wie Kinder behandelt hat als die G9er.
Und auch auf die Gefahr hin jetzt etwas arrogant zu klingen, ich bin stolz darauf auch mit grade 18 schon zu wissen was ich will und das Risiko einzugehen in eine andere Stadt zu gehen und zu studieren obwohl ich Angst habe und ich finde nicht, dass ich weniger gute Chancen habe oder weniger belastbar oder weniger selbstständig bin nur weil ich jünger bin als die meisten Studenten. Ich mein ich bin 18 und nicht 12, warum tun alle so als hätte ich vorgestern noch in die Windeln gemacht. Und überhaupt, nicht nur ich bin so jung, mit mir hat ein ganzer Jahrgang Abi gemacht und von denen werden wohl nicht alle erstmal durch Australien trampen, also sollten sich die Anderen lieber an uns unreife Kinder gewöhnen. Achja, wir hatten außerdem keine Wahl! Ich wäre auch lieber noch ein Jahr mit dem Auto zur Schule gefahren und ein Jahr Volljährigkeit ohne Verantwortungen ausgenutzt, aber es ist jetzt wie es ist und ich mache das beste draus.
So genug aufgeregt, ich mach mir jetzt nen Kaffee!
Mittwoch, 28. August 2013
#16
So, der Sommer neigt sich langsam dem Ende und ich weiß noch nicht ob mich das freut oder nicht.
Es war so wahnsinnig viel los bei mir, dass ich diesen Blog mal wieder vollkommen vergessen hab. Für mich ist das aber immer eher ein gutes Zeichen, weil mir dann im Nachhinein klar wird, dass die Zeit in der ich das hier nicht gebraucht hab eigentlich wirklich gut war.Und mein Sommer war gut, wirklich. Trotzdem tut es glaub ich ganz gut, mal alles zusammenzufassen und hier schon mal eine kleine Entschuldigung, ich hab relativ viel zu erzählen und das könnte etwas länger dauern ;)
Erstmal habe ich mein Abitur geschafft und das auch noch mit genau der Durchschnittsnote, die ich mir immer gewünscht hab. 1,8 (mit einer Eins vorne, aber nicht 1,9, weil das schon fast 2,0 ist, aber 1,7 hätte ich nicht geschafft) . Klar, damit bin ich noch lange nicht Teil der Elite, aber hey für mich war es das Bestmögliche und ich bin schon ziemlich stolz, dass ich zumindest dieses Ziel tatsächlich erreicht habe.
Auf's Abi und unseren legendären Abiball folgte dann eine Woche Ballermann und ich übertreibe garantiert nicht wenn ich sage, dass es eine der besten Wochen meines bisherigen Lebens war. Die Gruppe war toll, das Wetter war toll, es gab fast kein Drama (außer das, was noch irgendwie amüsant ist und auch einfach dazu gehört) und überhaupt war glaube ich jeder von uns eine Woche lang nur glücklich. Manchmal denke ich daran zurück und muss einfach lächeln über alles, was dort passiert ist und das allein ist für mich der Beweis, dass dieser Urlaub noch lange zu meinen schönsten Erinnerungen zählen wird.
Der Rest des Sommers war dagegen zwar eher unspektakulär, aber trotzdem wirklich schön. In den Wochen wo es hier zum Teil fast unerträglich heiß war haben wir fast nichts anderes gemacht, als an unserem wunderschönen See zu liegen und irgendwie sind das immer meine Lieblingstage gewesen. Keine besonderen Aktionen oder Ausflüge, sondern einfach mit den Leuten, die man am liebsten um sich hat den Tag verbringen. Das einzig Negative daran ist nur, dass meine Hängematte jetzt ganz furchtbar nach Lagerfeuer und Bier stinkt und ich noch nicht genau weiß, wie ich dieses Riesending waschen soll.
Der mit Abstand beste Moment dieses Sommer war am Ende aber doch der Moment, in dem ich mein E-Mail-Postfach geöffnet hab und mich eine Zusage der Uni Köln anlachte. Trotz Doppeljahrgang ein Studienplatz! Und nicht nur irgendeinen, sonder DEN Studienplatz! Ich schreibe ja schon länger nebenbei für die WAZ und auch für die RP (zwar nur Lokalteil, aber immerhin) und irgendwie hatte ich immer den Wunsch, später mein Leben davon finanzieren zu können, nur irgendwie hat mich die Angst vor der Unsicherheit in diesem Beruf immer abgeschreckt und fast hätte ich mich auf einen Platz in BWL beworben. Kurz vor Einsendeschluss hat mich dann aber doch der Ehrgeiz gepackt und jetzt werde ich ab Oktober Deutsche Sprache u. Literatur und Medienkulturwissenschaften in Köln studieren. Mal sehen, wie weit ich es am Ende bringe und ob mein Name vielleicht eines Tages unter einem Artikel in irgendeiner großen Zeitung steht. Vielleicht mache ich aber auch was ganz anderes, der Studiengang ist relativ breit gefächert und ich hab noch so ziemlich alle Freiheiten was meinen späteren Beruf angeht. Zunächst bin ich einfach immer noch überrascht von mir selbst, denn Köln ist nicht meine Heimatstadt und ich werde wohl spätestens nächstes Jahr umziehen müssen. Pendeln ist dann doch nicht so eine tolle Dauerlösung.
Im Moment schwebe ich noch immer zwischen Euphorie und Zukunftsangst. Ich mache tatsächlich das, was ich auch wirklich möchte und mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass das die einzig richtige Entscheidung war. Andererseits gehe ich damit das Risiko ein, für lange Zeit keinen festen Job zu haben und überhaupt bin ich einer der Menschen, die immer vor Augen haben, wie viele Andere noch mehr Talent, Ehrgeiz oder sonst was haben als ich und das macht mich noch unsicherer. Mal sehen, ich glaube nicht, dass sich dieses Gefühl der Unsicherheit so schnell legen wird, andererseits bleibe ich so vielleicht auch motiviert und irgendwie realistisch. Irgendeinen Vorteil wird's schon haben.
Das einzige, was sich ziemlich sicher sagen lässt ist, dass mein Leben nächstes Jahr um diese Zeit ein ganz neues sein wird. Neue Stadt, hoffentlich neue Freunde, weg von all den schlimmen Erinnerungen, die ich wohl leider noch lange mit meiner Stadt und den Leuten hier verbinden werde. Vielleicht ist das die Chance für mich, endlich loszulassen, endlich frei zu sein von der Vergangenheit und nur die guten Erinnerungen mit in mein neues Leben zu nehmen. Vielleicht werde ich in Köln wirklich glücklich.
Es war so wahnsinnig viel los bei mir, dass ich diesen Blog mal wieder vollkommen vergessen hab. Für mich ist das aber immer eher ein gutes Zeichen, weil mir dann im Nachhinein klar wird, dass die Zeit in der ich das hier nicht gebraucht hab eigentlich wirklich gut war.Und mein Sommer war gut, wirklich. Trotzdem tut es glaub ich ganz gut, mal alles zusammenzufassen und hier schon mal eine kleine Entschuldigung, ich hab relativ viel zu erzählen und das könnte etwas länger dauern ;)
Erstmal habe ich mein Abitur geschafft und das auch noch mit genau der Durchschnittsnote, die ich mir immer gewünscht hab. 1,8 (mit einer Eins vorne, aber nicht 1,9, weil das schon fast 2,0 ist, aber 1,7 hätte ich nicht geschafft) . Klar, damit bin ich noch lange nicht Teil der Elite, aber hey für mich war es das Bestmögliche und ich bin schon ziemlich stolz, dass ich zumindest dieses Ziel tatsächlich erreicht habe.
Auf's Abi und unseren legendären Abiball folgte dann eine Woche Ballermann und ich übertreibe garantiert nicht wenn ich sage, dass es eine der besten Wochen meines bisherigen Lebens war. Die Gruppe war toll, das Wetter war toll, es gab fast kein Drama (außer das, was noch irgendwie amüsant ist und auch einfach dazu gehört) und überhaupt war glaube ich jeder von uns eine Woche lang nur glücklich. Manchmal denke ich daran zurück und muss einfach lächeln über alles, was dort passiert ist und das allein ist für mich der Beweis, dass dieser Urlaub noch lange zu meinen schönsten Erinnerungen zählen wird.
Der Rest des Sommers war dagegen zwar eher unspektakulär, aber trotzdem wirklich schön. In den Wochen wo es hier zum Teil fast unerträglich heiß war haben wir fast nichts anderes gemacht, als an unserem wunderschönen See zu liegen und irgendwie sind das immer meine Lieblingstage gewesen. Keine besonderen Aktionen oder Ausflüge, sondern einfach mit den Leuten, die man am liebsten um sich hat den Tag verbringen. Das einzig Negative daran ist nur, dass meine Hängematte jetzt ganz furchtbar nach Lagerfeuer und Bier stinkt und ich noch nicht genau weiß, wie ich dieses Riesending waschen soll.
Der mit Abstand beste Moment dieses Sommer war am Ende aber doch der Moment, in dem ich mein E-Mail-Postfach geöffnet hab und mich eine Zusage der Uni Köln anlachte. Trotz Doppeljahrgang ein Studienplatz! Und nicht nur irgendeinen, sonder DEN Studienplatz! Ich schreibe ja schon länger nebenbei für die WAZ und auch für die RP (zwar nur Lokalteil, aber immerhin) und irgendwie hatte ich immer den Wunsch, später mein Leben davon finanzieren zu können, nur irgendwie hat mich die Angst vor der Unsicherheit in diesem Beruf immer abgeschreckt und fast hätte ich mich auf einen Platz in BWL beworben. Kurz vor Einsendeschluss hat mich dann aber doch der Ehrgeiz gepackt und jetzt werde ich ab Oktober Deutsche Sprache u. Literatur und Medienkulturwissenschaften in Köln studieren. Mal sehen, wie weit ich es am Ende bringe und ob mein Name vielleicht eines Tages unter einem Artikel in irgendeiner großen Zeitung steht. Vielleicht mache ich aber auch was ganz anderes, der Studiengang ist relativ breit gefächert und ich hab noch so ziemlich alle Freiheiten was meinen späteren Beruf angeht. Zunächst bin ich einfach immer noch überrascht von mir selbst, denn Köln ist nicht meine Heimatstadt und ich werde wohl spätestens nächstes Jahr umziehen müssen. Pendeln ist dann doch nicht so eine tolle Dauerlösung.
Im Moment schwebe ich noch immer zwischen Euphorie und Zukunftsangst. Ich mache tatsächlich das, was ich auch wirklich möchte und mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass das die einzig richtige Entscheidung war. Andererseits gehe ich damit das Risiko ein, für lange Zeit keinen festen Job zu haben und überhaupt bin ich einer der Menschen, die immer vor Augen haben, wie viele Andere noch mehr Talent, Ehrgeiz oder sonst was haben als ich und das macht mich noch unsicherer. Mal sehen, ich glaube nicht, dass sich dieses Gefühl der Unsicherheit so schnell legen wird, andererseits bleibe ich so vielleicht auch motiviert und irgendwie realistisch. Irgendeinen Vorteil wird's schon haben.
Das einzige, was sich ziemlich sicher sagen lässt ist, dass mein Leben nächstes Jahr um diese Zeit ein ganz neues sein wird. Neue Stadt, hoffentlich neue Freunde, weg von all den schlimmen Erinnerungen, die ich wohl leider noch lange mit meiner Stadt und den Leuten hier verbinden werde. Vielleicht ist das die Chance für mich, endlich loszulassen, endlich frei zu sein von der Vergangenheit und nur die guten Erinnerungen mit in mein neues Leben zu nehmen. Vielleicht werde ich in Köln wirklich glücklich.
Montag, 13. Mai 2013
#15
Die Beerdigung war schön, wirklich. Naja, so wie eine Beerdigung nunmal schön sein kann.
Ein paar Freunde von Seppo haben eine Band. Die haben gespielt. Eigentlich waren wohl zwei Lieder geplant, aber nach dem ersten kam keiner mehr so richtig klar. Die Auswahl ist nicht so besonders originell, aber passend.
So Long Goodbye von Sum41
Das zweite wäre glaube ich Everything's an Illudion von Mayday Parade gewesen. Bisschen Emo, aber passt ja zum Thema.
Später, als wir "jungen Leute" dann noch zu nem Freund in den Garten gegangen sind, kam irgendwann Kill All Your Friends von My Chemical Romance. Ein wenig Ironie ist schon dabei.
'Cause we all wanna party when the funeral ends
And we all get together when we bury our friends
Tatsächlich kamen später noch ziemlich viele Leute zum Garten. Die, die Seppo zwar kannten, aber nicht wirklich mit ihm befreundet waren. Nicht gut genug, um auf die Beerdigung zu gehen. Da sind wir also wieder, zwei Jahre nach der letzten Beerdigung und stoßen auf den nächsten toten Freund an. Und weil Seppo und Robert beste Freunde waren, waren auch so ziemlich die gleichen Leute wieder dabei. Vielleicht machen wir 'ne Tradition draus. Mal sehen wen's als nächstes erwischt.
In jedem Fall trifft mich Seppos Tod weniger hart als der von Robert. Ich meine, natürlich bin ich traurig. Mehr als das. Aber es ist nicht so... essentiell. Seppo war mir wichtig, aber er war nicht überlebenswichtig. Ich kann ohne ihn leben, das weiß ich. Hört sich irgendwie herzlos an, aber im direkten Vergleich ist das eben so. Irgendwie werde ich drüber hinwegkommen.
Blöderweise spüre ich grade jetzt wieder, wie sehr Robert fehlt. Wie sehr ich ihn brauche. Wie unglaublich gerne ich seine Stimme hören würde, seine Umarmung spüren würde. Der Gedanke, dass es dazu niemals wieder kommen wird, ich ihn nie wieder sehen werde, nicht eine einzige Sekunde, tut grade mehr weh als je zuvor.
Ein paar Freunde von Seppo haben eine Band. Die haben gespielt. Eigentlich waren wohl zwei Lieder geplant, aber nach dem ersten kam keiner mehr so richtig klar. Die Auswahl ist nicht so besonders originell, aber passend.
So Long Goodbye von Sum41
Das zweite wäre glaube ich Everything's an Illudion von Mayday Parade gewesen. Bisschen Emo, aber passt ja zum Thema.
Später, als wir "jungen Leute" dann noch zu nem Freund in den Garten gegangen sind, kam irgendwann Kill All Your Friends von My Chemical Romance. Ein wenig Ironie ist schon dabei.
'Cause we all wanna party when the funeral ends
And we all get together when we bury our friends
Tatsächlich kamen später noch ziemlich viele Leute zum Garten. Die, die Seppo zwar kannten, aber nicht wirklich mit ihm befreundet waren. Nicht gut genug, um auf die Beerdigung zu gehen. Da sind wir also wieder, zwei Jahre nach der letzten Beerdigung und stoßen auf den nächsten toten Freund an. Und weil Seppo und Robert beste Freunde waren, waren auch so ziemlich die gleichen Leute wieder dabei. Vielleicht machen wir 'ne Tradition draus. Mal sehen wen's als nächstes erwischt.
In jedem Fall trifft mich Seppos Tod weniger hart als der von Robert. Ich meine, natürlich bin ich traurig. Mehr als das. Aber es ist nicht so... essentiell. Seppo war mir wichtig, aber er war nicht überlebenswichtig. Ich kann ohne ihn leben, das weiß ich. Hört sich irgendwie herzlos an, aber im direkten Vergleich ist das eben so. Irgendwie werde ich drüber hinwegkommen.
Blöderweise spüre ich grade jetzt wieder, wie sehr Robert fehlt. Wie sehr ich ihn brauche. Wie unglaublich gerne ich seine Stimme hören würde, seine Umarmung spüren würde. Der Gedanke, dass es dazu niemals wieder kommen wird, ich ihn nie wieder sehen werde, nicht eine einzige Sekunde, tut grade mehr weh als je zuvor.
Mittwoch, 8. Mai 2013
#14
"Es tut mir leid, dass ich mein Leben und die Menschen darin nicht
genug lieben konnte um hierbleiben zu können und es tut mir leid, dass
ich euch alle so verletzt habe und es jetzt grade wieder tue. Ich hätte
mir auch für mich selbst gewünscht, anders zu sein oder anders sein zu
wollen. Die Wahrheit ist, das hier ist, was ich will und ich weiß, dass
ihr trauern werdet, aber bemitleidet mich nicht für etwas, was meine
eigene Entscheidung war. Ich bin glücklich und ich wünsche mir, dass ihr
es trotz all dem hier auch werdet."
Ein Teil aus Seppos Abschiedsbrief, den seine Mutter mir gestern abfotografiert bei Facebook geschickt hat. Sie hat sich 239075 Mal für die Art entschuldigt, wie wir diesen Brief erhalten haben. Ihr war es nur sehr wichtig, dass seine Freunde den Brief so schnell wie möglich lesen können. Er hat wohl einen Zettel danebengelegt mit Namen von Leuten, die ihn als erstes erhalten sollen. Ich weiß nicht, ob ich an Stelle seiner Mutter schon einen Tag nach der Sache die Kraft dafür gehabt hätte. Respekt und Dankbarkeit an sie dafür, dass sie trotz allem noch an andere denken kann. Ich kann's nicht.
Das da oben ist nur ein kleiner Ausschnitt, im Original sind's fast 3 hangeschriebene karierte Seiten. Irgendwie ist das aber die Stelle, die mich am meisten berührt (was sich jetzt natürlich blöd anhört, mich berührt der ganze scheiß Brief). Ich glaube das ist so, weil er hier klarstellt, dass es seine Entscheidung war. Sein Leben, sein Tod. Nicht unser Fehler. Vielleicht kann ich das irgendwann wirklich glauben.
Ein Teil aus Seppos Abschiedsbrief, den seine Mutter mir gestern abfotografiert bei Facebook geschickt hat. Sie hat sich 239075 Mal für die Art entschuldigt, wie wir diesen Brief erhalten haben. Ihr war es nur sehr wichtig, dass seine Freunde den Brief so schnell wie möglich lesen können. Er hat wohl einen Zettel danebengelegt mit Namen von Leuten, die ihn als erstes erhalten sollen. Ich weiß nicht, ob ich an Stelle seiner Mutter schon einen Tag nach der Sache die Kraft dafür gehabt hätte. Respekt und Dankbarkeit an sie dafür, dass sie trotz allem noch an andere denken kann. Ich kann's nicht.
Das da oben ist nur ein kleiner Ausschnitt, im Original sind's fast 3 hangeschriebene karierte Seiten. Irgendwie ist das aber die Stelle, die mich am meisten berührt (was sich jetzt natürlich blöd anhört, mich berührt der ganze scheiß Brief). Ich glaube das ist so, weil er hier klarstellt, dass es seine Entscheidung war. Sein Leben, sein Tod. Nicht unser Fehler. Vielleicht kann ich das irgendwann wirklich glauben.
Dienstag, 7. Mai 2013
#13
Bin heute morgen aufgestanden, Pulli an und mit Kaffee und Zigarette auf die Terrasse. Erstmal durchatmen.
Ich kann immer noch nicht glauben, was gestern passiert ist. Kann nicht weinen, weil ich es einfach noch nicht begreife. Er hat sich umgebracht. Er hat's direkt beim ersten Versuch durchgezogen. Tausend neue Fragen rasen durch meinen Kopf, ich kann überhaupt nicht denken.
Wie konnte das nur passieren? Hätte ich mehr tun müssen, hätte ich die Zeichen besser deuten müssen, ihm mehr helfen müssen? Hab vorhin mit einer guten Freundin telefoniert, sie stellt sich dieselben Fragen. Alle fragen sich, warum niemand da war.
Scheiße. Wir haben's verkackt. Und ich hab das Gefühl, ich ganz besonders. Scheiße.
Mein Vater sagt, dass wir uns nicht schuldig fühlen dürfen. Dass wir Seppo nicht allein gelassen haben, er hätte sich Hilfe suchen können, wir haben ihm unsere angeboten. Aber er hat sich dafür entschieden, zu sterben. Seine Entscheidung, sein Leben. Nicht unser Fehler.
Ich versuche daran zu glauben, dass es nicht unsere, nicht meine Schuld ist. Trotzdem kann ich nicht anders, als ganz furchtbar wütend zu werden. Auf mich, weil ich nicht mehr auf ihn eingegangen bin. Und auf Robert, weil mit seinem Tod der ganze Scheiß hier erst angefangen hat.
Ich kann immer noch nicht glauben, was gestern passiert ist. Kann nicht weinen, weil ich es einfach noch nicht begreife. Er hat sich umgebracht. Er hat's direkt beim ersten Versuch durchgezogen. Tausend neue Fragen rasen durch meinen Kopf, ich kann überhaupt nicht denken.
Wie konnte das nur passieren? Hätte ich mehr tun müssen, hätte ich die Zeichen besser deuten müssen, ihm mehr helfen müssen? Hab vorhin mit einer guten Freundin telefoniert, sie stellt sich dieselben Fragen. Alle fragen sich, warum niemand da war.
Scheiße. Wir haben's verkackt. Und ich hab das Gefühl, ich ganz besonders. Scheiße.
Mein Vater sagt, dass wir uns nicht schuldig fühlen dürfen. Dass wir Seppo nicht allein gelassen haben, er hätte sich Hilfe suchen können, wir haben ihm unsere angeboten. Aber er hat sich dafür entschieden, zu sterben. Seine Entscheidung, sein Leben. Nicht unser Fehler.
Ich versuche daran zu glauben, dass es nicht unsere, nicht meine Schuld ist. Trotzdem kann ich nicht anders, als ganz furchtbar wütend zu werden. Auf mich, weil ich nicht mehr auf ihn eingegangen bin. Und auf Robert, weil mit seinem Tod der ganze Scheiß hier erst angefangen hat.
Abonnieren
Kommentare (Atom)