Dienstag, 3. September 2013

#17

Langsam wächst die Angst, die Angst vor meinem neuen Leben als Studentin. Klar, ich bin nicht plötzlich ein ganz neuer Mensch und solange ich noch zuhause wohne wird sich wohl auch erstmal nicht allzu viel ändern. Trotzdem wächst die Angst.

Ich bin noch nicht lange 18, war eine der jüngsten aus meinem Jahrgang und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das zu einem Problem werden könnte. Vielleicht nicht wirklich, aber zumindest in meinem Kopf. Als Doppeljahrgang gab es an unserer Schule immer einen ziemlichen Konkurrenzkampf zwischen 13ern und 12ern und da ist mir vor allem aufgefallen, wie sehr uns der ältere Jahrgang runtergestuft hat, einfach weil wir eben ein Jahr jünger sind. "Ihr seid doch noch gar nicht bereit für die Welt", "wenn wir keine Ahnung haben, was wir wollen, dann könnt ihr das erst recht nicht wissen", "blablabla". Es ging im Grunde ständig darum, dass uns angeblich eine gewisse Reife fehle, um an der Uni oder im Beruf oder sonst wo sofort erfolgreich sein zu können. Und auch von anderen Seiten haben wir oft zu hören bekommen, dass wir (und vor allem wir jüngeren aus dem sowieso schon jungen Jahrgang), lieber noch ein Jahr lang etwas anderes machen sollten, als sofort zu studieren. Ja klar, es gibt natürlich Leute, die noch absolut gar keinen Plan haben und erstmal ein Jahr Work and Travel in Australien machen oder Andere, deren Abitur für einen Platz in diesem Jahr noch nicht gut genug war und die ihre Wartesemester mit einem FSJ rumkriegen wollen. Hab ich auch absolut kein Problem mit, wir haben ein Jahr geschenkt bekommen und das kann jeder nutzen, wie er will.

Aber genau deshalb möchte ich eben jetzt schon studieren. Damit ich auch genau so früh fertig bin und ich so jung wie möglich in einen richtigen Beruf einsteigen kann. Und ich weiß eben schon, wo ich mal hin will oder zumindest weiß ich, welcher Studiengang mich wirklich interessiert. Also wieso warten und ein Jahr verschenken? Ich kann nach meinem Bachelor immer noch eine supercoole Weltreise machen, das geschenkte Jahr nutze ich dann eben hinterher. Es macht mich wirklich wütend, dass es anscheinend einen Haufen Leute gibt, die der Meinung sind ich sei noch viiieeel zu jung um erfolgreich zu studieren und ich hab das Gefühl, dass es solche Leute auch unter den anderen Studenten geben wird. Aber mal ehrlich, ich hab auch Freunde, die ein oder zwei Jahre älter sind und so verdammt viel reifer sind die auch nicht. Mag ja sein, dass ich noch nicht so viel "Lebenserfahrung" habe wie Leute, die erst mit 20 anfangen zu studieren. Ist aber nicht meine Schuld und überhaupt, wieso zählt das in unserem Alter überhaupt so viel? Wie viel Lebenserfahrung soll jemand mit 20 denn bitte haben, die ihn soo überlegen macht?

Jedenfalls hab ich etwas Angst, dass ich als eine der Jüngsten an der Uni weniger ernst genommen werde, dass man mir dieses überhebliche Lächeln schenken wird wenn ich sage, wie alt ich bin. Vielleicht hab ich auch einfach so ein schlechtes Gefühl deswegen, weil es wie gesagt an unserer Schule und in meinem Umfeld so üblich war, dass man uns G8er einfach mehr wie Kinder behandelt hat als die G9er.

Und auch auf die Gefahr hin jetzt etwas arrogant zu klingen, ich bin stolz darauf auch mit grade 18 schon zu wissen was ich will und das Risiko einzugehen in eine andere Stadt zu gehen und zu studieren obwohl ich Angst habe und ich finde nicht, dass ich weniger gute Chancen habe oder weniger belastbar oder weniger selbstständig bin nur weil ich jünger bin als die meisten Studenten. Ich mein ich bin 18 und nicht 12, warum tun alle so als hätte ich vorgestern noch in die Windeln gemacht. Und überhaupt, nicht nur ich bin so jung, mit mir hat ein ganzer Jahrgang Abi gemacht und von denen werden wohl nicht alle erstmal durch Australien trampen, also sollten sich die Anderen lieber an uns unreife Kinder gewöhnen. Achja, wir hatten außerdem keine Wahl! Ich wäre auch lieber noch ein Jahr mit dem Auto zur Schule gefahren und ein Jahr Volljährigkeit ohne Verantwortungen ausgenutzt, aber es ist jetzt wie es ist und ich mache das beste draus.

So genug aufgeregt, ich mach mir jetzt nen Kaffee!

1 Kommentar:

  1. Ich wünsch dir viel Spaß in Köln.
    Und, ey, ganz ehrlich. Reg dich über sowas nicht auf. Das bringt doch nichts.
    Außer du nutzt das um dich zu motivieren. Zeig denen, wo der Hammer hängt. Überrasch sie alle. Dann wird auch alles gut.

    Ich finds schön, dass du wieder da bist! :)

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