Freitag, 18. Januar 2013

#1

Da bin ich wohl wieder. Nicht wirklich weil ich glaube, dass jemand das hier liest oder weil ich mir das wünschen würde sonder eher, weil das hier besser ist als meinen Scheiß nur in Word-Dokumente zu packen. Das hab ich in letzter Zeit ziemlich oft gemacht, alles rausgeschrieben und so. Ich weiß, handschriftliche Tagebücher wären natürlich um einiges romantischer aber ernsthaft, davon tut mir die Hand weh und ich muss dafür an nem Tisch sitzen und wer würde das irgendwann abends bzw. nachts noch wollen. Außerdem komm ich mir jetzt nicht mehr ganz so blöd vor wenn sich meine Texte anhören als würde ich jemand anderem was erzählen, ich meine hier wende ich mich ja wenigstens an einen potenziellen Leser, meine privaten Dokumente wird allerdings (hoffentlich) niemals jemand zu Gesicht bekommen. Naja, jedenfalls glaub ich, dass das hier so ein bisschen wird wie die Briefe von Charlie in "the perks of being a wallflower". Von einer traurigen Person an eine beliebige andere Person, die ich selbst nicht kenne und die mich nicht kennt, der ich aber trotzdem oder grade deshalb einen großen Teil meiner Gedanken anvertraue. Falls das hier also tatsächlich jemand liest, danke, dass du diese beliebige Person geworden bist und danke, dass du überhaupt so weit gelesen hast.
Naja, ein bisschen was sollte man aber vielleicht trotzdem über mich wissen, einfach damit man meine seltsamen Gedanken und Geschichten ein bisschen besser verstehen kann oder sich ein Bild von mir machen kann.

Ich werde in ein paar Monaten 18, dann kann ich mir endlich das Tattoo stechen lassen, dass ich mir schon seit fast 2 Jahren wünsche. Außerdem mach ich jetzt Abi und danach gehts auf nem Interrail-Trip durch Europa mit letztem Stop in London, wo ich dann in dem Cafè meiner Cousine aushelfen werde. Keine Ahnung für wie lange. Ich glaube jedenfalls, dass Heimweh für mich kein Grund sein wird zurückzukommen.

Ich fürchte ich bin abhängig von Kaffee. Ich rauche ganz gerne mal ein oder zwei, am Wochenende sind's dann meistens mehr, ich würde mich selbst aber irgendwie noch nicht wirklich als Raucherin bezeichnen.

Ich liebe meine Freunde schon, allerdings bin ich nicht so die mit der einen besten Freundin oder dem einen festen engen Freundeskreis. So wirklich nah bin ich mit niemandem befreundet, aber wenn wir alle zusammen sind, dann sind diese Menschen meine Familie. Und wir sind ziemliche Säufer, glaub ich.

Ich würde nicht sagen, dass mein Leben besonders beschissen ist oder dass ich schon viel durchmachen musste oder so. Das schlimmste, was mir bis jetzt passiert ist, war der Tod meines besten Freundes Robert vor fast zwei Jahren an Krebs. Wenn es sowas wie Seelenverwandte gibt, er war's. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Menschen verloren und man hat mir gesagt, dass es mit der Zeit weniger schmerzhaft wäre. War ne ziemlich glatte Lüge, es wird schlimmer und die Lücke, die er hinterlassen hat wird größer und die Momente, in denen er mir unglaublich fehlt werden immer mehr.

Ich bin die Personifikation von Durchschnitt. Nicht besonders begabt, nicht besonders musikalisch, nicht besonders hübsch, erst recht nicht besonders schlank, nicht besonders beliebt, nicht besonders lustig. Die Liste könnte ewig weitergehen. Ich bin allerdings auch nicht besonders schrecklich, objektiv betrachtet. Durchschnitt eben, aber das ist ok. Außer, dass ich in meinem Freundeskreis schon ewig der einzige Dauer-Single bin. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich so unfassbar sympathisch wirke, vor allem auf Leute, die mich nicht kennen. HAHA

Die Wahrheit ist, obwohl mein Leben relativ normal ist und ich nette Freunde hab und oft unterwegs bin, bin ich unglaublich unzufrieden. Mit mir selbst, mit allem um mich rum. Ich hab nen ziemlich ausgeprägten Hang zum Selbstmitleid und mittlerweile mach ich mich glaube ich selbst mehr fertig, als irgendjemand sonst. Im Prinzip weiß ich, dass alles ok ist. Ich hasse mich trotzdem, für meine Persönlichkeit, weil ich jedem Menschen der versucht mir näher zu kommen sofort das Herz zerquetsche und nichts so richtig auf die Reihe kriege und wegen allem was ich im Moment bin. Keine Ahnung. Ich wäre gern zufrieden, aber ich bin's nicht und kann mich nicht erinnern, wann ich's das letzte Mal war.


1 Kommentar:

  1. Zack. Und einen Leser hast du nun auf jeden Fall.

    Ich mag den Vergelich zu Charly. So fühle ich mich selbst ständig. Irgendwie, irgendwas irgendwem zu schreiben. Ob er/sie es wirklich liest - wer weiß das schon? Aber darum geht es doch auch gar nicht, oder? Jedenfalls nicht wirklich.
    In erster Linie geht es doch darum, sich selbst die Gedanken von der Seele zu schreiben und damit Abstand von sich selbst und eben diesen Gedanken zu bekommen.
    Klar, es ist sehr schön, wenn jemand das liest - und sogar antwortet. Aber nicht unbedingt nötig. Auch wenn es wirklich hilft.

    Ich kann aus meiner derzeitigen Situation dir einen Tipp geben:
    Wenn du unzufrieden mit dir und deinem Leben bist: Ändere es.
    Selbstmitleid nutzt dir nicht viel, man muss seine Probleme am Schopf packen und raus schmeißen. Raus, aus dieser wertvollen Welt der Gedanken.
    Wenn du dein Abitur ersteinmal hinter dir hast und nicht mehr im Schulsystem fest steckst... Wird sich eine Menge ändern, Gedanklich meine ich. Interrail ist sicher eine wunderbare Lebenserfahrung, bei der du viel, wirklich viel lernen kannst. Und von der du noch in Jahren profitierst.

    Ich bin auf jeden Fall einer deiner Leser,
    Xo!

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